
Im Jahr 1956 berichtet der damalige Landesverband Bayerischer Imker mit seinerzeit rd. 55.000 Mitglieder über die erfreuliche Entwicklung der Imkerei in den Nachkriegsjahren. Um das Jahr 2000 waren in Bayern noch rund 28.000 aktive Imker mit durchschnittlich 10 Bienenvölkern je Imker registriert. Kein Wunder, dass auf breiter Ebene die Alarmglocken schellten. Struktur- und Gesellschaftswandel zeigten hier ihre negativen Auswirkungen; ist doch das ökologische Gleichgewicht unserer Natur zu einem hohen Grad von der Bestäubungsleistung der Honigbienen abhängig. Staatsregierung und die Ministerien für Landwirtschaft und Forsten, aber auch das Kultusministerium sagten den Imkern und ihren Verbänden ihre Hilfe zu.
So schrieb u. a. im März 2003 das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus an die Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien in Bayern: "Der Bayerische Landtag hat beschlossen, dass zur weiteren Sicherstellung einer flächendeckenden Bienenhaltung die Aufklärung an den Bayerischen Schulen über die ökologische Bedeutung sowie die praktische Durchführung der Imkerei verstärkt werden soll."
Dr. Norbert Autenrieth, seinerzeit Schulleiter in Roßtal leitete das Schreiben an den örtlichen Imkerverein weiter und von dort bekam es auch der Vorstand des Imkervereins Cadolzburg, Konrad Müller in die Hände. Ihn bewegte seit längerem der Gedanke, die Nachwuchsarbeit zu verstärken. Nachdem Dr. Autenrieth im Sept. 2004 als Rektor die Leitung an der Hauptschule Cadolzburg übernahm, war der Weg vorgezeichnet. Dr. Norbert Autenrieth und Konrad Müller hatten sehr schnell klare Vorstellungen und mit Unterstützung des Vorsitzenden des Schulverbandes, dem 1. Bürgermeister Bernd Obst konnte das Vorhaben realisiert werden. Unterstützt von der örtlichen Sparkasse, dem Markt Cadolzburg und Fördermitteln aus einem Projekt des Kreisjugendringes sowie der Hilfe einer Reihe von Mitgliedern aus dem Imkerverein konnte der Lehrbienenstand auf dem Gelände der Hauptschule realisiert und die technische Ausstattung finanziert werden.

Bienenstand und Geräteraum der ARGE Imker auf dem Schulgelände der Hauptschule Cadolzburg. 4 Bienenvölker haben Imker aus dem Imkerverein Cadolzburg gestiftet. Ein weiteres Volk entstand aus einem hier selbst gezogenen Brutableger. Der Geräteraum, ein neuwertiges Blockhaus, wurde von der Firma Holzgroßhandel Lorenz gesponsert und von Schülern und Imkern der ARGE aufgebaut.
Am 6.April 2005 ging die ARGE mit 12 Schülern aus 3 fünften Klassen der Hautschule an den Start. Konrad Müller führt seither mit der tatkräftigen Unterstützung zweier langjähriger, erfahrener Imker, Gerhard Abram und Richard Hacker erfolgreich die ARGE Imker. Seit Sept. 2008 verstärkt mit Kerstin Schober eine erfahrene Schulpädagogin und Imkerin das Schulteam. Im 5. Schuljahr des Bestehens der ARGE kann durchaus von Erfolg gesprochen werden.
Der Schulimkerstand auf dem Gelände der Hauptschule mit derzeit 8 Bienenvölkern dient aber auch für Klassenführungen der Grundschulen, Imkerveranstaltungen im Rahmen des Ferienprogramms des Markt Cadolzburg und den Nachwuchsschulungen des Imkervereins.
